Innenministerin Sabine Sütterlin-Waack
Innenministerin Sabine Sütterlin-Waack hielt das Grußwort beim Spatenstich.

08.11.2021

Schutzsuchende erhalten neues Ankunftshaus in Neumünster

Das Landesamt für Zuwanderung und Flüchtlinge (LaZuF) wird seine Erstaufnahmeeinrichtung und Landesunterkunft in Neumünster in den nächsten zehn Jahren auf 1.000 Plätze erweitern und muss dafür baulich erneuert werden. Als erstes entsteht ein neues Ankunftshaus mit 180 Betten, das die erste Anlaufstelle für Schutzsuchende in Schleswig-Holstein wird. Das Land investiert rund 17 Millionen Euro in den Neubau, der unter der Leitung der Gebäudemanagement Schleswig-Holstein AöR (GMSH) errichtet wird. Die Fertigstellung ist für Ende 2023 geplant. Heute (8. November 2021) setzten Innenministerin Sabine Sütterlin-Waack, Landesamtsdirektor Dirk Gärtner und GMSH-Geschäftsführer Frank Eisoldt gemeinsam den ersten Spatenstich für das Ankunftshaus.

Innenministerin Sabine Sütterlin-Waack sagte: „Wir wollen unser Landesamt in Neumünster Stück für Stück weiter modernisieren und ein auch in der Zukunft leistungsfähiges und hervorragend ausgestattetes Ankunftszentrum schaffen, das den Ankommenden die Möglichkeit gibt, zur Ruhe kommen zu können. Wir haben bei der strukturellen Modernisierung des Landesamtes zu einem Kompetenzzentrum bereits vieles erreicht und auf den Weg gebracht, wie beispielsweise die Einrichtung der neu geschaffenen Stelle für Fachkräfteeinwanderung. Ich freue mich sehr, dass wir mit dieser ersten großen Baumaßnahme jetzt auch sichtbar auf dem Weg zu einer modernen Aufnahme, Versorgung und Verwaltung in sehr guten Räumlichkeiten sind.“

„Als Direktor des Landesamtes begrüße ich die Investitionen in unseren Standort sehr. Hier entsteht ein moderner Bürocampus für eine leistungsfähige Zuwanderungs-verwaltung – ein Kompetenzzentrum für Ankunft, Verteilung und Rückkehr. Mit der Umgestaltung der Landesunterkunft und Erstaufnahme zu einem auch für Bürgerinnen und Bürger offenen ‚Weltflecken‘ wollen wir auch die Einbettung in die Stadt Neumünster vorantreiben,“ sagte Landesamtsdirektor Dirk Gärtner.

„Das neue Ankunftshaus ist der Beginn einer komplexen Erweiterung des LaZuF“, sagte GMSH-Geschäftsführer Frank Eisoldt und ergänzt: „Die Anordnung seiner drei Bauteile schafft ein einladendes Entrée und bietet den Neuankömmlingen einen sicheren Ort mit hoher Aufenthaltsqualität. Die notwendigen Sicherheitsvorkehrungen wollen wir so gestalten, dass sie die Grundidee der Willkommenskultur in der Liegenschaft unterstützen. Die Umzäunung ist ein Gestaltungselement, das dank seiner Transparenz ein Miteinander ermöglicht.“

Das neue Ankunftshaus besteht aus drei Gebäudeteilen und verfügt über rund 2.900 Quadratmeter Nutzfläche. Es bietet Neuankömmlingen in den ersten Tagen während der Aufnahme einen geschützten Ort, an dem sie sich frei bewegen können, ohne mit den übrigen Bewohnerinnen und Bewohnern in Kontakt zu kommen. In dem Neubau werden Wohn- und Sozialbereiche mit einem Speisesaal eingerichtet. Für Geflüchtete mit Infektionskrankheiten wird eine Quarantänestation zur Verfügung stehen. Neben den Verwaltungsbereichen des Landesamts für Zuwanderung und Flüchtlinge (LaZuF) und des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF) entstehen auch Räume für die Polizei. Der ärztliche Dienst der Landesunterkunft zieht komplett in das neue Gebäude. „So werden alle Institutionen und Funktionen, die im Aufnahmeprozess eine Rolle spielen, in einem Gebäude gebündelt“, erläutert Landesamtsdirektor Dirk Gärtner das Konzept.

Der Baukörper des Ankunftshauses besteht aus drei Gebäudeteilen, die jeweils ein-, zwei- und viergeschossig sind. Errichtet wird der Neubau an dem Standort des ehemaligen Hauses 5, das bereits 2016 abgebrochen worden ist.

Angaben zum Gebäude
Bauherr: Land Schleswig-Holstein
Bauherrenvertretung: Gebäudemanagement Schleswig-Holstein AöR
Baukosten: ca. 17 Millionen Euro
Baubeginn: Ende 2021
Fertigstellung: voraussichtlich Ende 2023
Kapazität: 180 Betten, davon 40 Quarantänebetten
Nutzfläche: ca. 2.900 Quadratmeter
Anzahl der Bauteile: drei
Anzahl der Geschosse: eins bis vier
Bewertungssystem für Nachhaltiges Bauen (BNB): Silber-Zertifikat angestrebt

 

Weitere geplante Baumaßnahmen

Neubauten:

  • drei Wohngebäude mit je 108 Plätzen
  • Multifunktionsgebäude mit Schulräumen für die Kinder- und Erwachsenenbildung, Freizeitbereichen und Verwaltung (LaZuF)
  • Kantinengebäude mit Küche und zwei Speisesälen für die Verpflegung von 1.000 Schutzsuchenden und 550 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Erstaufnahmeeinrichtung
  • Büro- und Verwaltungsgebäude (BAMF)

Umbau bzw. Rückbau im Bestand im laufenden Betrieb:

  • Wohngebäude 2 und 4: Umbau der Wohnbereiche in Zwei- bis Sechsbettzimmer, Umbau der Sanitärbereiche, Austausch von Türen und Bodenbelägen, Schallschutzmaßnahmen, Einbau von Teeküchen, Bewohnerküchen und Fernsehzimmern, Einbau von Mitarbeiterbüros sowie Erweiterung und Sanierung der Medienversorgung (Elektro, Wasser, Heizung, Daten)
  • Modulgebäude 6 bis 9: Rückbau der Betreuungs- und Bildungseinrichtungen zu Zwei- bis Sechsbettzimmern, Vergrößerung der KITA in Haus 9 sowie Erweiterung und Sanierung der Medienversorgung (Elektro, Wasser, Heizung, Datennetz)

Abriss von Gebäuden:

  • 88 Bürocontainer für BAMF und LaZuF
  • 12 Container als Quarantänestation
  • Wirtschaftsgebäude (Haus 3) mit Zentralküche, Speisesaal und ärztlicher Dienst mit Teilunterkellerung

Rückbau, Neuordnung und Erweiterung der Infrastruktur

  • Rückbau der provisorischen Regenversickerung einschl. der 2 Sickerbecken sowie Neuerrichtung gem. Baufortschritt und Erstellung von Regenversickerungsflächen
  • Rückbau, Neuordnung und Erweiterung der Kapazitäten zur Medienversorgung (Heizung, Elektro, Wasser, Löschwasser, Datennetz, Lüftung)
  • Rückbau, Neuordnung und Erweiterung des Straßen- und Verkehrsnetzes und der Außen- und Freianlagen
  • Verlegen einer neuen Anschlusstrasse für Fernwärme parallel zur Straße Haart
  • Rückbau, Neuordnung und Erweiterung der Stellplatzanlagen im Einklang mit dem städtebaulichen Konzept und Errichtung von insgesamt 263 Stellplätzen

 

Pressekontakt

Wolfgang Kossert
Landesamt für Zuwanderung und Flüchtlinge
Telefon: 04321 974-115
E-Mail: wolfgang.kossert[at]lfa.landsh.de

Ansicht aus Osten: das neue Ankunftshaus vom Wohngebiet aus. © BPV Architekten GmbH

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