Das Behördenzentrum Mercator in Kiel-Wik wird in den nächsten zehn Jahren umfangreich saniert und baulich erweitert. Ziel ist es, einen grünen Campus mit hoher Aufenthaltsqualität auch für die Anwohnerinnen und Anwohner zu schaffen und gleichzeitig eine nachhaltige, zukunftsfähige Behördenunterbringung zu gewährleisten. Dafür haben die Gebäudemanagement Schleswig-Holstein AöR (GMSH), das Finanzministerium, das Umweltministerium und die Landeshauptstadt Kiel in einem dialogorientierten Werkstattverfahren einen städtebaulichen Rahmenplan entwickelt. Vier Planungsbüros haben an diesem Verfahren teilgenommen. Ein Beratungsgremium aus unabhängigen Experten und Vertretern des Landes, der Landeshauptstadt Kiel und der GMSH haben die eingereichten Arbeiten bewertet und den Entwurf des Planungsteams Sauerbruch Hutton und Lützow 7 Müller Wehberg Landschaftsarchitekten PartG mbB aus Berlin als Siegerentwurf ausgewählt. Dieser entwickle den Charakter und das baukulturelle Erbe des Campus feinsinnig weiter, so die Begründung. Das Beratungsgremium begrüßte die kontrastierende Geste des Freiraums und würdigte die generelle Haltung, durch öffentlich zugängliche Erdgeschosszonen zur Belebung des Quartiers beizutragen. Alle Interessierten und insbesondere die Anwohnerinnen und Anwohner können sich die Entwürfe der vier Planungsbüros ab sofort in einer virtuellen Ausstellung ansehen: https://ausstellungen.luchterhandt.de/wettbewerbe
Finanzstaatssekretär Oliver Rabe: „Der Siegerentwurf nutzt das Potenzial des Campus optimal, um einen modernen, offenen sowie nachhaltigen Campus zu entwickeln. Die bauliche und energetische Sanierung des Mercatorcampus ist zwingend. Neben modernen Arbeitsplätzen für unsere Beschäftigten gehen wir hier den nächsten Schritt, um die Klimaschutzziele des Landes zu erreichen.“
"Der Entwurf für einen grünen, offenen und zukunftsfähigen Campus bringt die äußere Form mit den Inhalten unserer Arbeit im Umweltministerium in Einklang miteinander - das finde ich sehr überzeugend. Die Mitarbeitenden des MEKUN freuen sich auf eine moderne Arbeitsumgebung, die neue Arbeitsformen und zeitgemäße Bürokonzepte zulässt. Dies wird endlich in nachhaltigen und energieeffizienten Bürogebäuden möglich werden. Und auch für den Kieler Stadtteil Wik und seine Menschen kann dieser neue Campus ein echter Gewinn werden", sagte Katja Günther, Staatssekretärin im Umweltministerium.
Im nächsten Schritt wird die GMSH zusammen mit den Behörden auf dem Mercatorcampus die Raumbedarfsplanung vornehmen, Bauplanungsrecht schaffen und anschließend in die hochbauliche Planung gehen. „Bei umfangreichen Baumaßnahmen dieser Art hat es sich sehr bewährt, frühzeitig alle Beteiligten einzubinden und den Rahmenplan gemeinsam dialogorientiert zu entwickeln. Das schafft nicht nur Transparenz, sondern verbessert auch die Ergebnisse“, so Gabriele Pfründer, Geschäftsbereichsleiterin Landesbau von der GMSH, die auch Mitglied im Beratungsgremium war.
Doris Grondke, Stadträtin für Stadtentwicklung und Bauen der Landeshauptstadt Kiel, sagte über den Rahmenplan: „Der ausgewählte Entwurf überzeugt aus städtebaulicher Sicht durch seine klare Haltung und die gelungene Weiterentwicklung des Mercatorcampus zu einem offenen, grünen und urbanen Ort. In konstruktiver Zusammenarbeit aller Beteiligten ist ein Rahmenplan entstanden, der das Areal deutlich aufwertet, den Campus stärker mit dem Stadtteil Wik verknüpft und neue Qualitäten für Freiraum, Aufenthaltsqualität und Klimaanpassung schafft. Der Mercatorcampus ist damit ein starkes Projekt und ein wichtiger Stadtbaustein für die weitere Entwicklung der Wik.“
Der Mercatorcampus
Das Behördenzentrum Mercator ist 2,5 Hektar groß und liegt an der Holtenauer Straße zwischen Mercatorstraße, Feldstraße und Wiker Straße. Es wird geprägt vom 16 Stockwerke hohen Mercatorhochhaus. Die Gebäude auf dem Campus stammen aus den 1970er Jahren und sind stark sanierungsbedürftig. Aktuell befinden sich dort das Ministerium für Energiewende, Klimaschutz, Umwelt und Natur sowie die Polizeistation Wik, der Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein (LBV.SH) und das Landesamt für Vermessung und Geoinformation Schleswig-Holstein.
Der Siegerentwurf: grün, offen, zukunftsweisend
Das Behördenzentrum Mercator wird als grüner, offener und zukunftsfähiger Campus weiterentwickelt, wobei das Mercatorhochhaus als prägendes Wahrzeichen des Stadtteils gestärkt wird. Ein Neubau und ein Erweiterungsneubau sowie maßvolle Aufstockungen bei den vorhandenen Gebäuden ermöglichen eine angemessene Nachverdichtung.
„Wir möchten den Campus mit dem angrenzenden Stadtraum der Wik enger vernetzen. Umgeben von Bäumen und Freiräumen entsteht ein offenes Ensemble, das die Kiellinie markant abschließt. Ergänzt durch die publikumsnahen Erdgeschosse entsteht ein grüner, lebendiger Campus, der Verwaltung, Stadtgesellschaft und Quartier in einem urbanen Waldgarten verbindet“, sagte Julia Knaak, Partnerin bei Sauerbruch Hutton.
Der Freiraum ist als öffentlich zugänglicher, urbaner Wald konzipiert. Der Baumbestand wird, soweit möglich, erhalten und durch Neupflanzungen ergänzt. Es werden grüne Aufenthaltsbereiche, kleine Plätze und Wege mit hoher Aufenthaltsqualität geschaffen. Die Freiraumgestaltung trägt zur Verbesserung des Mikroklimas und zur Förderung der Biodiversität bei.
Eine zentrale Rolle spielen die publikumsbezogenen Erdgeschosszonen, die die Verwaltung und den Stadtteil miteinander verbinden. Cafés und multifunktional genutzte Gebäude beleben den Campus auch nach Feierabend und an den Wochenenden und machen ihn zu einem Teil des städtischen Alltags. Flexible Grundrisse, nachhaltige Holz- oder Holzhybridbauweise sowie ein zukunftsorientiertes Mobilitätskonzept mit guter ÖPNV-Anbindung runden den Entwurf ab.
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