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Grundstein für ein neues Hafthaus in Schleswig gelegt

Presseinfo vom 24.04.2017

 
Die Jugendanstalt Schleswig erhält ein neues Hafthaus mit 72 Haftplätzen für den geschlossenen Vollzug. Dafür investiert das Land Schleswig-Holstein 10,8 Millionen Euro. Der Neubau, der unter der Leitung der Gebäudemanagement Schleswig-Holstein AöR (GMSH) entsteht, soll im Herbst 2019 fertiggestellt werden. Heute feierten Justizministerin Anke Spoorendonk, Anstaltsleiterin Anne Damberg, GMSH-Geschäftsführer Frank Eisoldt und Bürgermeister Dr. Arthur Christiansen die Grundsteinlegung.

Justizministerin Anke Spoorendonk: „Die Grundsteinlegung für den Unterkunftsneubau in der Jugendanstalt Schleswig steht für einen weiteren Schritt unserer Politik, die Infrastruktur im Justizvollzug stetig zu modernisieren und die Angebote zur Resozialisierung von Gefangenen, gerade auch von jungen Gefangenen zu optimieren. Mit dem Baubeginn der neuen Unterkunft stellen wir die Weichen für die Erweiterung der Kapazitäten im Jugendvollzug. Denn errichtet wird ein Neubau mit 72 Haftplätzen sowie mit Schulungs- und Funktionsbereichen. Die damit erfolgende Erweiterung der Jugendanstalt um 27 Haftplätze ist eine Stärkung des Jugendvollzuges am Standort Schleswig. Die Kosten für die Baumaßnahme betragen insgesamt 10,8 Millionen Euro. Es ist gut angelegtes Geld – für die Jugendanstalt Schleswig, für die Wiedereingliederung der dort untergebrachten jungen Gefangenen und im Sinne unserer Gesellschaft.“

„Mit dem Bau des neuen Hafthauses wird die Jugendanstalt in die Lage versetzt, alle erforderlichen Unterbringungsformen in Einzelhafträumen zu gewährleisten. Neben der Behandlung in der Sozialtherapeutischen Abteilung und der Förderung des sozialen Lernens im Wohngruppenvollzug, wird der Grundstein für eine weitere Möglichkeit ge-legt. In einer Vollzugsabteilung können zukünftig 27 Gefangene auf weitergehende Behandlungsmaßnahmen vorbereitet werden“, sagte Anstaltsleiterin Anne Damberg.

„Diese Baumaßnahme ist geprägt von den Anforderungen an die Sicherheit. Die Bau-stelle kann nur über eine Bauschleuse betreten werden und wird ständig bewacht. Das Gebäude selbst muss einen Mindestabstand zur Anstaltsmauer einhalten und in seinem Innern werden verschiedenste Sicherheitsmaßnahmen eingerichtet, von der Hochsicherheitsschließanlage bis zum Personensicherungssystem. So tragen wir mit diesem neuen Hafthaus zur Sicherheit der Bediensteten der Jugendanstalt bei und auch zur Sicherheit der jugendlichen Gefangenen“, sagte GMSH-Geschäftsführer Frank Eisoldt.

„Die Erneuerung des Hafthauses mit 72 Haftplätzen in der Jugendanstalt ist für Schleswig eine wichtige Entscheidung des Landes Schleswig-Holstein. Sie stärkt damit die zentralörtliche Funktion der Stadt als Kreisstadt. Besonders erfreut sind wir darüber, dass auch in der Jugendanstalt berufliche Qualifizierungen vom Berufsbildungszentrum durchgeführt werden können und neben einer großen Investitionssumme von über zehn Millionen Euro zusätzliche Arbeitsplätze in der Stadt Schleswig entstehen“, sagte Bürgermeister Dr. Christiansen.

Der dreigeschossige Neubau wird über 2.176 Quadratmeter Nutzfläche verfügen. Im ersten und zweiten Obergeschoss werden je zwei Wohngruppen mit je elf Hafträumen, Gemeinschafträumen und einer Aufsicht eingerichtet. Außerdem entstehen dort eine Gefangenenbücherei, ein Fitnessraum, ein Werkraum und ein Therapieraum. Im Erdgeschoss wird eine Vollzugsabteilung mit 27 Einzelhaftplätzen, Gemeinschaftsräumen, Gruppenfreizeitraum und einem Beobachtungsraum eingerichtet, der für die separate Unterbringung auffälliger Jugendlicher in unmittelbarer Nähe der Aufsicht vorgesehen ist. Außerdem entsteht im Erdgeschoss ein Konferenzbereich für die Bediensteten der Jugendanstalt, der über einen separaten Eingang betreten werden kann. Im Untergeschoss werden die Sanitär- und Umkleidebereiche für die Bediensteten, die Technikzentrale und der zentrale Schulungs- und Profilingbereich für die jugendlichen Gefangenen untergebracht.
Außerdem erhält die Jugendanstalt eine neue Netzersatzanlage für die Notstromversorgung. Zur Sicherung der Baustelle werden mehrere Sicherheitsmaßnahmen umgesetzt: Unter anderem ist eine Bauschleuse eingerichtet worden für die Kontrolle und Überwachung des Baustellenverkehrs und ein Sicherheitszaun wurde errichtet.

Damit auf dem Gelände Platz für das neue Hafthaus entsteht, hat die GMSH im März 2017 vier Gebäude der Jugendanstalt abreißen lassen, die 1978 als Jugendheim errichtet worden waren. Eine Sanierung der Bestandsgebäude wäre unwirtschaftlich gewesen, weil sie bauliche Mängel aufwiesen und weil die Unterbringung dort nicht mehr den Anforderungen des modernen Strafvollzugs entsprach.

 
Angaben zum Gebäude:

Bauherr: Land Schleswig-Holstein
Bauherrenvertretung: Gebäudemanagement Schleswig-Holstein AöR
Gesamtbaukosten für das Hafthaus: ca. 10,8 Millionen Euro
Kosten für die Erneuerung der Netzersatzanlage: ca. 438.000 Euro
Kosten für Sicherheitsmaßnahmen: ca. 300.000 Euro
Baubeginn: September 2016
Fertigstellung: voraussichtlich im Herbst 2019
Nutzfläche:  2.176 Quadratmeter
Anzahl der Geschosse: drei

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Gebäudemanagement Schleswig-Holstein AöR
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