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Grundsteinlegung für das Kriminaltechnische Institut

Presseinfo vom 12.09.2018

Das Landeskriminalamt Schleswig-Holstein (LKA) erhält ein neues Gebäude mit kriminaltechnischen Laboren (KT-Labore) für das Kriminaltechnische Institut (KTI). Der Neu-bau entsteht unter der Leitung der Gebäudemanagement Schleswig-Holstein AöR (GMSH). Heute (12. September 2018) legten Innenminister Hans-Joachim Grote, GMSH-Geschäftsführer Frank Eisoldt und Leiter des KTI Dr. Attila Kuczmann gemein-sam den Grundstein für den Neubau.

Insgesamt investiert das Land 24 Millionen Euro in den KT-Neubau auf dem Gelände des Polizeizentrums Eichhof. Die hochmoderne Einrichtung mit etwa 160 Labor-, Funktions- und Büroräumen wird sämtlichen europäischen Normen erkennungsdienstlicher und kriminaltechnischer Untersuchungen entsprechen. Die rund 4.200 Quadratmeter sollen bis zum Herbst 2020 fertiggestellt werden.

„Wie im Koalitionsvertrag festgeschrieben, ist es der erklärte Wille der schleswig-holsteinischen Landesregierung, die Polizei personell und sachlich so auszustatten, dass sie für die Herausforderungen und Aufgaben der Zukunft optimal aufgestellt ist. Der Neubau des Kriminaltechnischen Instituts im Landeskriminalamt ist ein weiterer wichtiger Baustein auf diesem Weg. Damit wird Schleswig-Holstein bei der Anwendung er-kennungsdienstlicher und kriminaltechnischer Verfahren an der Spitze sein.“, sagte Innenminister Hans-Joachim Grote.

GMSH-Geschäftsführer Frank Eisoldt betonte den digitalen Fortschritt der Gebäudeplanung: „Der KT-Neubau mit seinen vielen Speziallaboren ist eine technische Herausforderung für die Planung. Daher hat das Planungsbüro einige Gebäudeteile mit der BIM-Methode (Building Information Modeling) in einem digitalen 3D-Datenmodel geplant. Die entsprechenden Gebäude werden dabei bereits im Vorfeld der eigentlichen Baumaßnahme am Computer virtuell gebaut. Alle Veränderungen am Bauprojekt fließen dabei permanent in die virtuelle Projektion mit ein. Die BIM-Methode hilft, Fehler bei Planung und Bauausführung zu vermeiden.“

„Der KT-Neubau wird alle Anforderungen an ein modernes Laborgebäude erfüllen und sichert damit langfristig die hohe Qualität der Untersuchung und Bewertung von Sach-beweisen in Strafverfahren für Polizei und Justiz“, betont Dr. Attila Kuczmann, Leiter des Kriminaltechnischen Instituts im LKA. Als zentraler forensischer Dienstleister der Landespolizei müsse das KTI den steigenden Ansprüchen an Arbeitsschutz, Prozessop-timierung und internationale Laborstandards gerecht werden – auch im Hinblick auf die weitere Akkreditierung.

Die Ansprüche an das Kriminaltechnische Institut wachsen stetig. Untersuchungen wer-den immer empfindlicher und Kontaminationsvermeidung steht an erster Stelle. Daher ist das Kriminaltechnische Institut nach europaweitem einheitlichen Laborstandards ak-kreditiert, um so auch nationale und internationale Austauschbarkeit und Vergleichbar-keit im Datenbanksystem zu gewährleisten. Eine Aufrechterhaltung der Akkreditierung ist unabdingbar. Dafür sind hohe und weiter steigende Ansprüche an die Qualität der Untersuchungen sowie die verlässliche Einführung neuer Untersuchungsmethoden nö-tig, die jedoch im derzeitigen Altbau des Instituts nicht mehr möglich sind.

Infos zum Gebäude
Der viergeschossige Neubau wird über rund 4.200 Quadratmeter Nutzfläche verfügen. In den etwa 160 Räumen werden zahlreiche Speziallabore für kriminalwissenschaftliche und technische Untersuchungen untergebracht. Unter anderem Verwaltungsbüros und Schusswaffenanalyse im Erdgeschoss; Schriftanalyse und Materialanalytik im ersten Obergeschoss; DNA-Analyse, Daktyloskopie und Spurensicherung im zweiten Obergeschoss sowie Toxikologie, Textilspuren, Brand- und Explosionsanalyse im dritten Obergeschoss. Ein Asservatenlager mit eigener LKW-Einfahrt komplettiert den Raumbedarf. Entsprechende Technikräume sind im Untergeschoss. Die Aufteilung der Labore ist in enger Abstimmung mit dem KTI entstanden und beachtet alle polizeispezifischen Anforderungen an kurze Wege und optimale Lichtverhältnisse, sodass die Laborstruktur Kreuzkontamination verhindert und eine strikte Trennung von Täter- und Opferspuren ermöglicht. Dadurch haben die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beste Arbeitsbedingungen, um Beweismittel im Strafverfahren zu analysieren und anschließende Gutachten zu erstellen.

Infos zum Kriminaltechnischen Institut
Das Kriminaltechnischen Institut ist zentraler forensischer Dienstleister der Landespolizei Schleswig-Holstein. Es ist für kriminalwissenschaftlich und technische Untersuchungen von Beweismitteln im Strafverfahren zuständig und erstellt Gutachten. In dem Institut sind ca. 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter tätig, die rund 14.000 Untersuchungsaufträge an 40.000 Untersuchungsgegenstände im Jahr durchführen. Beschäftigt sind unter anderem Wissenschaftler und Ingenieure von Hochschulen und Fachhochschulen als Sachverständige und Techniker sowie Verwaltungskräfte. Die Untersuchungsbereiche erstrecken sich von DNA-Analysen über Daktyloskopie bis hin zu Schusswaffen- und Urkundenprüfung. Neben vielen weiteren Untersuchungen werden zum Beispiel auch Fasern aller Art, Betäubungsmittel und explosive Stoffe untersucht.

Angaben zum Gebäude
Bauherr: Land Schleswig-Holstein
Bauherrenvertretung: Gebäudemanagement Schleswig-Holstein AöR
Architekt: pbr Planungsbüro Rohling AG
Baubeginn: Mai 2017
Technischer Ausbau und Bauelemente: ab Herbst 2019
Fertigstellung: voraussichtlich Herbst 2020
Nutzfläche: 4.200 Quadratmeter
Anzahl der Geschosse: vier
Kosten: 24 Millionen Euro

Bildunterschrift: Der technikintensive Neubau erfüllt sämtliche europäischen Normen erkennungsdienstlicher und kriminaltechnischer Untersuchungen. © pbr / 4 [e] motions

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